Bericht von der 65. Ordentlichen Synode
des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken
in Deutschland
Vom 4. bis 7. Juni 2026 tagte in Bonn die 65. Ordentliche Bistumssynode unserer Kirche. Die Kölner Gemeinde wurde durch die gewählten Synodalen Dr. Matthias Albrecht, Katharina Funken, Klaus Moers, sowie Pfarrer Jürgen Wenge vertreten.
Michael Kehren, ehemals ehrenamtlicher Geistlicher in unserer Kölner Gemeinde und jetzt Pfarrer an der Namen-Jesu-Kirche in Bonn, hat uns seine Gedanken zur Synode zur Verfügung gestellt:
"Nach dem Eröffnungsgottesdienst an Fronleichnam in der Namen-Jesu-Kirche berieten die rund 120 Delegierten ein breites, zukunftsweisendes Themenspektrum.
Neben strukturellen und finanziellen Fragen standen konkrete Reformen im Fokus: So beschloss die Synode die Absenkung des Stimmrechts bei Gemeindeversammlungen auf 14 Jahre sowie die Einführung von Online-Wahlen.
Diskussionsbedarf zeigte sich bei den Zugangsvoraussetzungen für den Diakonat. Intensiv debattiert wurde zudem die gesellschaftliche Verantwortung der Kirche, insbesondere die Frage, ob Mitglieder extremistischer Organisationen im Haupt- oder Ehrenamt tätig sein dürfen.
Ein Antrag, als Bistum Mitglied bei der Hilfsorganisation United4Rescue (Seenotrettung im Mittelmeer) zu werden, wurde nicht angenommen. Die Gemeinden wurden aber ermutigt, zu schauen, ob sie sich dieses Anliegen nicht zu eigen machen können.
Ein zentraler Meilenstein der viertägigen Zusammenkunft war neben den Neuwahlen der Synodalvertretung die Vorbereitung der anstehenden Bischofswahl am 3. Oktober. Einen inspirierenden Impuls dazu lieferte der Utrechter Alt-Erzbischof Joris Vercammen. Er betonte, dass es bei einer kirchlichen Wahl entscheidend sei, Polarisierungen zu vermeiden und stets auch das Gute in jenen Kandidat*innen zu sehen, die man selbst nicht favorisiert.
Diese Haltung konnte bei der Wahl der neuen Synodalvertretung direkt erprobt werden. Aus einem großen Kreis engagierter Kandidat*innen wählte die Synode sechs Personen: Gabi Keusen (Aachen), Bettina Hallermann (Regensburg), Lukas Bundschuh (Konstanz), Thomas Wystrach (Krefeld), Dirk Faulbaum (Priester im Ehrenamt, München) und Pfarrer Lothar Haag (Offenbach) werden die Geschicke der Kirche in den kommenden vier Jahren mitgestalten.
Da Bischof Dr. Matthias Ring Anfang September nach 16 Jahren im Amt zurücktritt, hatte er sich sehr auf seine letzte Synode gefreut. Aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung konnte er jedoch leider nicht persönlich teilnehmen. Dank der öffentlichen Live-Übertragung im Internet war es aber sowohl dem Bischof als auch vielen Interessierten in den Gemeinden möglich, die Debatten hautnah mitzuverfolgen.
Nach dem Abschlussgottesdienst am Sonntagvormittag, in dem Pfarrer Jürgen Wenge die Predigt hielt, blicken die Synodalen zuversichtlich nach vorn. Frei nach den Worten von Jürgen Wenge darf die Kirche angstfrei in die Zukunft gehen und erhält spürbaren Rückenwind von der synodalen Kraft, die sich in Bonn gezeigt hat."
Das Bilder zeigen einen Blick in den Plenersaal im Tagungshaus und die Indienstnahme der neu gewählten Synodalvertretung im Abschlussgottesdienst in der Namen-Jesu-Kirche: